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Beliebt in Berlin: Ziegenkäse und Ziegenmilcheis aus dem Norden

Cindy Jahnke begeisterte die Besucher der Cheese in Berlin mit ihrem Ziegenkäse und ihrem Eis aus Ziegenmilch.

Manche Ideen gehen in den ersten fünf Minuten der Recherche kaputt. Der Auftrag lautet: Schreib was für den Blog von Käsemarmela.de über Frauen in der Männerwelt der Käser. Also auf zur Cheese, Deutschlands wichtigster Käsemesse, und die Ziegenkäsefachfrau Cindy Jahnke treffen.

Aber die macht das Thema schon im dritten Satz zur Makulatur. „Klar wurde ich als Frau zuerst belächelt“, erzählt die Käserin aus Sörup bei Flensburg im Interview. „Aber von den Nachbarn und nicht von den anderen Käsern – die haben sich gefreut und mich sofort akzeptiert.“ Sie hat zusammen mit Ihrem Mann Wolfgang Jahnkes Ziegenkäse über die Grenzen Schleswig-Holsteins hinaus bekannt gemacht.

Also muss neuer Ansatz her. Das fällt aber nicht schwer, denn die Cindy Jahnke, über die Freunde sagen, dass sie die Dinge beherzt nach der Methode „Zack, bumm, weg“ angeht, begeistert sofort, wenn sie über Ziegenmilch, Ziegenkäse und über Eis aus Ziegenmilch spricht. Wäre der Titel „Powerfrau“ nicht schon so abgegriffen, zu Cindy Jahnke würde er perfekt passen. Sieben Tage die Woche kümmert sie sich um ihre 60 Ziegen, von Montag bis Freitag wird auf dem Hof gekäst. Das ist schwere körperliche Arbeit, und die „Gewerkschaftspause“ ist bei den Jahnkes unbekannt.

Ziegenmilch – die bessere Milch?

Aber was ist dran an der Ziegenmilch? Sie ist bekömmlicher als Kuhmilch, denn ihre Fettkügelchen sind viel kleiner. Cindy Jahnke verarbeitet ausschließlich Rohmilch, was geschmackliche und finanzielle Gründe hat – Pasteurisieren ist teuer. Heraus kommt eine Produktpalette, die vom Frisch- über fetartigen Käse und Schnittkäse bis hin zu Ziegenbutter und eben Ziegeneis reicht. Dieses gibt es unter anderem in einer salzigen Karamellvariante – ein Traum, bei der Cheese war es innerhalb von Stunden ausverkauft.

Ihren Hof führen die Jahnkes in dritter Generation, aber die Idee mit der Ziegenmilch ist erst 15 Jahre alt. „Der Hofladen ist für uns immer noch am wichtigsten für die Vermarktung. Die Touristen waren sofort da“, erinnert sich Cindy Jahnke. „Und die, die am dichtesten dran wohnen, die kommen als letzte.“ Mittlerweise ist der Ziegenkäse der Jahnkes aber Kennern aus ganz Deutschland ein Begriff, und das Eis geht per Kühltransport auf die Reise.
Neue Sorten Käse und Eis entwickelt Cindy Jahnke so nebenbei auch noch. An einem neuen Käse arbeitet sie vier bis fünf Wochen, das Eis brauchte ein halbes Jahr. Und nicht jede Sorte ist ein Treffer: „Das Smarties-Eis jedenfalls war gleich wieder weg aus dem Sortiment.“ Sozusagen „Zack, bumm, weg“.

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  1. Eine Freundin möchte gern ihre Milch in der Hauptstadt anbieten. Für sie ist aber der Kühltransport etwas schwierig. Sie kann sich einen eigenen Wagen nicht leisten, weil sie nicht genügend Ziegenmilch verkauft. Auf Kühltransporte in die Hauptstadt will sie trotzdem nicht verzichten.

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