Blog, Saisonale Früchtchen
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Die Quitte – eine fast vergessene Frucht

Wer einen Quittenbaum im Garten stehen hat, kann sich glücklich schätzen. Denn vielerorts ist die Frucht mit dem verschwenderischen Duft verschwunden. Gründe dafür dürfte es einige geben: Die Quitte kann nicht roh verzehrt werden, sondern muss unter einiger Kraftanstrengung durch Rubbeln von ihrem Flaum befreit, manchmal geschält, in jedem Fall aber klein geschnitten und anschließend gekocht werden, bevor man sie genießen kann. Dann allerdings betört sie mit ihrem Aroma und verfeinert auch deftige Speisen. In den letzten Jahren wurde sie deshalb von Liebhabern wiederentdeckt und kommt jetzt nicht nur in Form von Gelee oder Quittenbrot auf den Tisch, sondern auch als Beilage zu Fleischgerichten oder im exotisch gewürzten Curry. Dank moderner Küchenhelfer ist die Verarbeitung heute deutlich einfacher als zu Großmutters Zeiten.

Ursprünglich stammt die Quitte aus dem Kaukasus. Über Griechenland kam sie ins römische Gebiet und wurde später im gesamten Mittelmeerraum kultiviert. Heute findet man die wärmeliebende Pflanze auch in Mitteleuropa. Verarbeitet wird sie meist zu Saft, Gelee, Mus und Marmelade. Das Mus kann auch mit Zucker verdickt und dann auf Bleche gestrichen und getrocknet werden. In Stücke geschnitten, kann man dieses Konfekt dann als Quittenbrot oder Quittenspeck naschen. In Spanien kennt man diese Süßigkeit als „Dulce de membrillo“. Auch in Portugal wird die Quitte gerne verarbeitet. Übrigens: Der Begriff „Marmelade“ leitet sich von der Quitte ab. Die heißt nämlich auf Portugiesisch „Marmelo“.

Und für alle, die ein paar Quitten im eigenen oder Nachbars Garten übrig haben, verraten wir, wie der   „Marmelo-Aufstrich“ aus der Küche von Käsemarmela.de zubereitet wird.

Wir empfehlen das Abfüllen in kleine Gläser (125 g – 150 g). Der würzige Aufstrich kann sparsam verwendet werden. Da der Fruchtaufstrich wenig Zucker enthält und frische Kräuter, sollte er ungeöffnet innerhalb von 8 Monaten gegessen werden. Geöffnete Gläser bitte im Kühlschrank aufbewahren und kleine Portionen zum Käse immer mit einem sauberen Löffel entnehmen. Wer Sorbinsäure als Konservierungsstoff vermeiden will, muss bei geringem Zuckergehalt eine kürzere Haltbarkeit des geöffneten Glases in kauf nehmen. Gelierzucker 3:1, und 2:1, der aus weißem Industriezucker hergestellt wird, enthält übrigens immer Sorbinsäure.

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Viele weitere Rezepte rund um die Quitte gibt es unter anderem in dem Buch „Quitten. Geschichte – Anbau – Köstlichkeiten“ von Claudia Diewald und Ingeborg Scholz.

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