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Jetzt anmelden zur Kulinarischen Tour Stuttgart Ost!

In bald 40 deutschen Städten organisiert „eat-the-world“ inzwischen kulinarische Stadtführungen. Touristen und Einheimische schlendern und schlemmen durch angesagte und upcoming Stadtbezirke der Metropolen. Stuttgart war bislang mit einer Tour durch den hippen Westen und seit einiger Zeit auch den Süden vertreten. Jetzt werden die etwas verborgeneren Schätze der östlichen Stadtbezirke Gaisburg, Gablenberg, Ostheim entdeckt. Die kleine Manufaktur von Käsemarmela.de wird künftig eine von neun Stationen der köstlichen, internationalen Tour sein.  Seite an Seite mit empfehlenswerten Cafés, Restaurants, traditionellen Feinkostgeschäften. Ab Ende Juli 2017 sind wir dabei. Buchen könnt Ihr die Tour hier. Wir freuen uns auf das kulinarische Kennenlernen und begrüßen Euch in unserer Versuchsküche mit fruchtig-pikanten Käse-Kombinationen: Geburtsstätte des Gaisburger Marsch Tourguide und Planer ist Rainer Killian, der mit seiner Stuttgarter Agentur organum Kulinarik, Kunst und Klang gekonnt vereint. Gerne erzählt er seinen Gästen schon auf dem Weg in die Schurwaldstraße, dass Kücheninnovation in allen Ziegeln des imposanten Hauses aus dem Jahr 1906 steckt: Wo einst der „Gaisburger Marsch“ – ein berühmtes schwäbisches Eintopf-Gericht – erfunden wurde, gibt es seit Frühjahr 2016 pikante Fruchtaufstriche zum Käse. …

Brillat-Savarin – Käse oder Künstler?

„Die Feinschmeckerei ist eines der stärksten gesellschaftlichen Bande. Sie breitet täglich jenen geselligen Geist aus, der die verschiedenen Stände vereinigt, sie miteinander verschmilzt, die Unterhaltung belebt und die Ecken der gebräuchlichen Ungleichheit abschleift.“ Jean Anthèlme Brillat-Savarin (französischer Schriftsteller, Philosoph und Gastronomiekritiker, 1755-1826) Ich gestehe – ich kannte ihn bis 2016 nicht! Den wortgewaltigen Gourmet-Künstler (Standardwerk: Die Physiologie des Geschmacks). Wohl aber den nach ihm benannten sahnig-cremig-würzigen Kuhmilch-Frischkäse aus der Bourgogne mit seinem klassischen „Mattenabdruck“ auf der Oberfläche. Der handgeschöpfte Käse hat einen Durchmesser von etwa 12 cm und wird im Ganzen oder allenfalls halbiert verkauft, da er sich nach Anschnitt gerne eigene Wege sucht ;-).  Weil er zudem sehr schnell nachreift, sollte man ihn alsbald verzehren. Uns schmeckt dazu superbe die KIRSCHE zum KÄSE (seit Sommer 2017 neu im Sortiment), aber auch der WEINBERGPFIRSICH zum KÄSE. Übrigens gibt es den Begriff „Savarin“ auch in der Patisserie – auch hier war der Gastro-Philosoph aus dem 18. Jahrhundert Namensgeber. Gemeint sind hier ringförmige saftige Kuchen, die es sowohl in süß als auch in würziger Form gibt. Mehr dazu …

„Sonne im Glas“

Nicht ärgern über die „Löwenzahnplantage“ auf der brachliegenden Wiese nebenan, findet Nina. Sie pflückt sich die knallgelben Löwenzahnblüten (etwa 150 Stück), schneidet die Blütenblätter mit der Schere vom Stempel ab. Dann werden nur die gelben Blütenblätter mit 1 Liter kochenden Wasser übergossen und kurz zum Ziehen stehen gelassen. In dieser Zeit die Schale einer Biozitrone abreiben und die Zitrone auspressen. Dann die Blüten abseihen und gut ausdrücken. Blütenreste wegwerfen. Die gelbe Flüssigkeit mit Zitronensaft und -schale mischen, zusammen mit 1 kg Gelierzucker (1:1) in einem Kochtopf mischen und aufkochen lassen. Vor dem Abfüllen in saubere Gläser auf einem kalten Teller eine Gelierprobe machen. Danke an Nina für die sonnige Rezeptidee. Uns hat die Kostprobe nicht nur auf dem Butterbrötchen geschmeckt, sondern auch mit einem milden Emmentaler…. (Bevor ihr Nachbars Wiese vom Löwenzahn befreit, bitte erkundigen, ob Düngemittel o.ä. eingesetzt wurden!)    

Gebt uns Euer Bestes!

Uta ist Apothekerin, ihre geniale Organgenmarmelade heißt deshalb einfach „O 16/1“ – Orange, hergestellt im Januar 2016. Schlicht, aber tut dem köstlichen Inhalt keinen Abbruch. Hinein kommt nur das Beste – die Orangen sind Direktimport aus Sizilien, lagern ab Dezember auf dem Dachboden und verströmen feine natürlich biologische Zitrusaromen in ihrem Bauernhaus bei Buchloe. Ihr Geheim-Rezept findet Ihr hier (LINK). Birgit ist Zahnarzthelferin – Spezialgebiet Abrechnungswesen. Entsprechend ordentlich, ja gar „perfektionistisch“ geht es auch in der privaten Einmachküche zu. Ihr habt es erraten, welche Gläser sie mir geschenkt hat? Richtig, die mit den hübschen Etiketten und Hütchen (Rote Zwiebel, Holunder-Zitrone, Apfel-Quitte). Eine Zier für jede Tafel und köstlich sowieso… Hier geht’s zu den Rezepten (LINK 1, LINK 2, LINK 3) Dann ist da noch Carmen, die mit Ihrem Mann gerne die Küche teilt – der käst neuerdings sogar! Aber das ist eine andere Geschichte, die wir hier demnächst erzählen werden ;-)… Carmen ist eine begnadete Photoshopperin. Ihr Glas ist dennoch schlicht, heißt einfach nur „Zwiebelmus“ (als Link gestalten)… Wir lieben es so wie es ist …

Corpus Culinario setzt auf Vernetzung

Rund 80 Delikatessen-Kaufleute haben sich im Corpus Culinario zusammengeschlossen. Einmal im Jahr, das nächste Mal vom 8. bis 10. April 2018, lädt der Verein zum Genussgipfel ein. Am neuen Messestandort auf der Bielefelder Alm dürfen Fachbesucher probieren, sich austauschen, sich inspirieren lassen … Denn der Kerngedanke des Verbands ist: Erfahrungen weitergeben, voneinander lernen, sich vernetzen. Die Geschäfte der Mitglieder sind inhabergeführt, authentische Qualität jenseits von Massenproduktion liegt ihnen am Herzen. „Es ist ganz besonders wichtig, Gleichgesinnte zu finden, mit denen man diesen ehrlichen Weg gemeinsam gehen kann“, erzählt Geschäftsführerin Kerstin Uhlenbusch in einem Statement auf der Website des Verbands . „Wir haben entdeckt, dass es eine Chance ist, wenn sich kleine Betriebe vernetzen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Wenn sich Orte des guten und besonderen Geschmacks zusammenschließen, haben sie eine viel größere Chance, gehört zu werden.“ Mitglieder von Corpus Culinario sind zum Beispiel Käse Abt aus Weilheim und die Fromagerie Holzapfel aus Herrenberg – diese engagierten Käsehändler verkaufen in ihren Fachgeschäften in München und Herrenberg und auf verschiedenen Wochenmärkten auch unsere pikanten Fruchtaufstriche. …

Frauen starten erfolgreich durch

Dass Dagmar Schwarz ein „Käpsele“ ist – wie man im Schwäbischen besonders helle Köpfe nennt -, das wusste ich schon als wir im Sommer 1986 gemeinsam das Abiturzeugnis am Schönbuch-Gymnasium entgegen nahmen. Dass aus ihr ein paar Jahre später Dr. Dagmar Ruhwandl, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie werden würde, war ziemlich absehbar. Dass dazu neben drei Kindern und einem Lehrauftrag an der TU München noch eine eigene Burn-out-Praxis und mehrere erfolgreiche Buchtitel bei Klett-Kotta kommen würden, war dann doch große Kür. Welche Erklärungsansätze gibt es für das Phänomen, dass die Frauen, die wir in der Serie „Auch gut“ monatlich vorstellen wollen, in der Lebensmitte noch einmal im handwerklichen Bereich neu gestartet sind, wollten wir von ihr wissen.. Was genau reizt Menschen mit akademischen Berufen in der Lebensmitte an einem Umstieg ins Handwerkliche und Sensorische? Dagmar Ruhwandl: „Zu sehen, zu spüren und zu schmecken, dass man etwas bewirken kann, ist ein bedeutendes Gefühl. Die sogenannte „Selbstwirksamkeit“ spielt in der Depressionsprophylaxe eine wichtige Rolle. Für mich ist Dietrich Bonhoeffer da immer wieder ein beeindruckendes Beispiel. Noch in …

Buchtipp: „Quitten. Geschichte – Anbau – Köstlichkeiten“

Viel Wissenswertes rund um die Quitte und eine schöne Rezeptsammlung gibt es im Buch „Quitten. Geschichte – Anbau – Köstlichkeiten“ von Claudia Diewald und Ingeborg Scholz, erschienen im Verlag Neumann-Neudamm. Schon die alten Römer schätzten die Frucht, die etwas in Vergessenheit geraten war, bevor sie in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Geschichte und verschiedene Sorten werden im Buch vorgestellt. Die beiden Autorinnen machen aber vor allem Lust darauf, mit der Quitte zu kochen. Die attraktiv bebilderte Rezeptsammlung reicht von Quitten-Kürbissuppe über Quitten-Lamm-Topf und Chutney bis hin zu Muffins und Kuchen. Natürlich dürfen auch Klassiker wie Quittengelee oder Quittenlikör nicht fehlen. Und auch ein paar Kombinationen mit Käse werden vorgestellt. Ein Rezept aus dem Buch dürfen wir hier freundlicherweise veröffentlichen: Membrillo mit Käse (Quittenbrot) Zutaten: 1 kg Quitten 500 ml Wasser 500 g Zucker 500 g Rohrzucker 200 g milder Käse (z.B. Ziegenfrischkäse, Butterkäse) Zubereitung: Die Quitten gründlich abreiben, Kerngehäuse entfernen und mit der Schale klein schneiden. Die Stücke im Wasser ca. 50 Minuten kochen, bis die Früchte auseinanderfallen. Alles durch ein Sieb passieren und dabei …

interview Baumgartner

Hansi Baumgartner

  Coming soon….. Wir haben Hansi Baumgartner in Südtirol besucht. Der international renommierte Affineur gilt als Galionsfigur der Käseveredelung. Unseren Blick hinter die Kulissen teilen wir demnächst hier mit Euch…… Unser Sommer-Genusstipp: APRIKOSE zum KÄSE zähmt Rohmilch-Brie! Hier gehts zum Beitrag in Heft 5/2017 der essen&trinken  

„Erbtante“ mit Käse-Leidenschaft

Seit neun Jahren betreibt Esther Wiemann das Nürtinger KäseKontor.  Neben Bergkäse aus dem Allgäu, Käse von der Schwäbischen Alb und französischem Camembert sind auch ihre hausgemachten Frischkäse bei den Kunden ein Renner. Doch Käse allein ist ihr nicht genug: Die kreative Unternehmerin stellt auch noch Tomatensaucen, Chutneys und Pestos her, legt Gemüse dekorativ in Gläsern ein, bietet einen Mittagstisch an und übernimmt das Catering für Veranstaltungen. Dabei hat Esther Wiemann früher etwas ganz anderes gemacht: „Ich war 20 Jahre lang in der Altenpflege tätig und habe als Pflegedienstleiterin gearbeitet.“ Nebenher hat sie allerdings schon immer in der Gastronomie gearbeitet. Als sich die Möglichkeit bot, in einem Café zu arbeiten, packte sie die Gelegenheit beim Schopf und stieg aus ihrem alten Beruf aus. „Dort gab es immer mehr Verwaltungs- und Controllingaufgaben. Man war ständig in Rufbereitschaft.“ Unter dem Café wurde irgendwann ein Käseladen frei – und Esther Wiemann ging den nächsten Schritt. Wie sie das alles schafft? „Der Laden hat montags und dienstags geschlossen. Ich selbst stehe an zwei halben Tagen im Geschäft.“ Für Entlastung sorgen ihre …

Wo kommt der Comté eigentlich her?

Die Ursprungsbezeichnung für einen Comté weist auf die französische Region Franche-Comté (deutsch: Freigrafschaft Burgund) hin. Das Gebiet hat 230 gemeinsame Grenzkilometer mit der Schweiz. Tatsache ist, dass der Käse eigentlich in der Schweiz erfunden wurde. Die Käser aus Bern produzierten während des ersten Weltkriegs ihren Gruyère aber jenseits der Grenze im französischen Jura, wo sie bessere Bedingungen fanden, und zwar in der Region Franche-Comté – so entstand der Comté in Frankreich, wo er heute zu den beliebtesten Sorten überhaupt zählt. Comté hat viele Facetten Zur Herstellung der 40-kg-Laibe werden bis zu 500 Liter Rohmilch benötigt. Mit Reifegraden von mindestens 4 Monaten bis manchmal bis zu 30 Monaten hat der typische Bergkäse viele Gesichter. Auch jahreszeitlich wandelt sich der Comte-Genuss. Gras, Heu- und Gewürzkräuter der Almwiesen im Jura sorgen beim Frühjahrs-Comté für eher blumigen Geschmack, im Sommer kommen Noten von Zitrusfrüchten und Honig hinzu, während die aus Herbstmilch hergestellten Laibe eine eher nussig-erdige Note erhalten. Etwas gelblicher im Sommer und etwas elfenbeinfarben im Winter, wird auch die Optik vom Futterangebot für die Milchkühe mitbestimmt. Seine typischen Salzkristalle entwickelt der …